#blessed

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Rund um den Jahreswechsel hab ich überlegt, was ich darüber schreiben könnte, ob ich überhaupt Neujahrsvorsätze hab und ob mein 2016 auch so schlimm war, wie das der (Internet-) Welt. Ich hatte genug Zeit um diese Überlegungen anzustellen, da ich die Tage hauptsächlich im Hostelbett verbracht hab. (Don’t eat chicken in Cambodia!!)

Meine kleine, nennen wir es, Magenverstimmung hat mich auch zum Nachdenken gebracht. Da ich prinzipiell nie krank bin, leide ich dementsprechend, wenn es dann doch mal der Fall ist. Man schätzt die eigene Gesundheit viel zu wenig, wenn man fit durchs Leben wandelt. Genauso wie man eine warme Dusche, Vollkornbrot, ausreichend Mistkübeln und ein insektenfreies Zuhause erst schätzt, wenn der Alltag von grauslichen Hostel-Badezimmern, Müllhalden auf der Straße und Moskitostichen geprägt ist.

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Wir sind nun schon seit über einer Woche in Kambodscha. Für mich ist es das erste Land in dem ich jemals war, wo die Armut so allgegenwärtig ist. Gleichzeitig sind alle Menschen, denen wir bis jetzt begegnet sind, unglaublich liebenswert. Wenn man für einige Zeit (wir schaffen es nun schon ein ganzes Monat haha) gezwungen ist, in sehr einfachen Verhältnissen zu leben, merkt man erst, dass man auch gar nicht mehr braucht (außer einen Kühlschrank vielleicht – das wäre echt Hammer!) Wir freuen uns total über Kleinigkeiten wie Moskitonetze, gratis Handtücher oder einen Ventilator. Es fehlt uns an nichts.

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Je länger wir hier sind und je mehr sich alles nach Alltag anfühlt, umso mehr muss ich darüber nachdenken, wie viel unnötiges Zeug jede/r Einzelne von uns besitzt. Das bedeutet nicht, dass ich zuhause mein Hab und Gut verschenken werde (obwohl einen großen Teil meiner Klamotten hoffentlich schon!), aber ich möchte versuchen, mich mehr darauf zu besinnen, was wirklich wichtig ist.

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Vor ein paar Tagen hab ich mich dabei erwischt, wie wir uns (am schönsten Traumstrand der Insel Koh Rong liegend) darüber beschwerten, dass es zu bewölkt, zu heiß, zu sandig oder das Klo zu weit weg wäre. In diesen Momenten muss ich mir wieder vor Augen halten, dass ich gerade an einem Postkarten-Strand liege, gesund bin, und die nächsten Wochen nichts zu tun habe, außer all die anderen wunderschönen Orte hier auszuchecken, anstatt wie viele andere in einem Großstadtbüro im grauen Winter zu hocken.

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Mein Neujahrsvorsatz für 2017 lautet also:

Schätze, was du hast!

(Der Buddhismus kommt schleichend aber stetig.)

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Die Fotos entstanden bei einem Ausflug in Kampot, einer netten Stadt am Tek-Chhou-Fluss. Wir haben die Gegend mit dem Tuk Tuk erkundet, die Pfefferplantagen des bekannten Kampot-Pfeffers, Salzfelder, eine spooky Höhle und viele Kühe gesehen. Ich hab für die Fotos viele blaue Flecken hingenommen (Tuk Tuks und Schlaglöcher sind eine gefährliche Kombi!) Ich hoffe also, sie gefallen euch.

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Hello 2017 – This is the beginning of anything you want.

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2 thoughts on “#blessed”

  • Oh schöne Fotos und ein schöner Vorsatz! Man ertappt sich ja ständig dabei unzufrieden zu sein. Dabei geht es uns so gut und wir dürfen dankbar sein für das was wir haben.

    Alles Liebe
    Lisa

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