I really woke up like this.

I really woke up like this.

Mit ein paar zusammengewürfelten Fotos aus Hanoi (coolste Stadt!), Sapa (so schöne Landschaft) und der Halong Bay (hasse Bootfahren, weil seekrank, aber so toll hier!) melde ich mich aus Vietnam. Nach mittlerweile zwei Monaten auf Reisen ist mir klar geworden, warum so viele Menschen ihre Heimat verlassen, um sich selbst zu finden.

img_1452_bearb

img_2161_bearb

Eines der schönsten Dinge am Backpacken ist, dass man so viele Menschen von überall kennenlernt. Menschen, mit denen man sonst nie ins Gespräch gekommen wäre. Vom jungen Ehepaar mit Baby aus New York City (Alter – ich hab mich nicht getraut zu fragen, wie sie sich ihr Apartment am Central Park leisten können!!) über den schon etwas älteren Franzosen, der kein Wort Englisch spricht, sich aber trotzdem hartnäckig (auf Französisch oder mit Händen und Füßen) unterhalten will, bis zu vietnamesischen Studentinnen, die mega interessiert an der europäischen Kultur sind, und es nicht glauben können, dass wir mit Mitte 20 noch nicht verheiratet sind.

img_2172_bearb

img_1448_bearb

Klar, die meiste Zeit betreibt man nur Smalltalk, informiert sich gegenseitig über vergangene und zukünftige Reisepläne, holt sich Tipps, welcher Zug/Bus der günstigste ist und klärt die Hard Facts, woher man kommt und was man so macht. Oft ergeben sich aber mit kurzen oder auch längeren Reisebekanntschaften wirklich interessante, lustige und schöne Gespräche, über die man noch lange nachdenkt oder wo man immer wieder drüber lachen kann wie über den Schweizer, der sich über den österreichischen Dialekt lustig gemacht hat, obwohl er selbst der mit den komischen Wörtern war.

2017-02-04-12-40-49_bearb

2017-02-04-05-39-26_bearb

Wenn man ständig in der Situation ist, wo man von Österreich/Wien oder von sich selbst erzählt, hinterfragt man auch ständig, wer man ist, und was man preisgibt. Dabei ist es zum einen so, dass man eigentlich auch vollen Blödsinn erzählen und sich bei jedem Gespräch neu erfinden kann (wir nehmen uns das öfter vor, vergessen es aber dann wieder) und andererseits ist man wohl so ehrlich, wie nie. Denn ohne das gewohnte soziale Umfeld, das jeden Schritt, den man macht und jedes Wort, das man sagt, abwägt und beobachtet, ist man einfach frei, man selbst zu sein. Es sagt einem niemand, dass etwas jetzt total untypisch für einen ist (Ich war schon mindestens drei Mal wandern!!), oder nicht zum gewohnten Stil passt (Ähmm Batik?!) Vielleicht ist man in der Fremde, wo alles ungewohnt und nicht normal ist, einfach näher bei sich selbst als jemals sonst.

2017-02-04-05-22-53_bearb

2017-02-04-10-56-37_bearb

Beim Reisen kann man jeden Tag sein, wer man will – und zwar ungeschminkt. Das ist womöglich sogar das Beste daran. Ich kann mir gar nicht mehr vorstellen, mich jeden Abend abschminken zu müssen. Das blasse Wintergesicht will man oft nicht so nackt herzeigen, zumindest ein bisschen Wimperntusche musste eigentlich immer sein, doch man gewöhnt sich sehr schnell an das natürliche Gesicht im Spiegel (was vielleicht daran liegt, dass wir einfach mal tagelang keinen Spiegel haben – und wenn dann mit so schlechtem Licht, dass Dinge wie Augenbrauen zupfen unmöglich sind.)

2017-02-07-15-48-43_bearb

2017-02-07-11-29-31_bearb

Das ganze ungeschminkt, ungestylt und natürlich sein trägt umso mehr dazu bei, dass man einfach man selbst sein kann. Wir haben sogar zwei Lippenstifte mit (ein Mal rot, ein Mal nude – so die Tussi Backpacker!) – aber noch nie verwendet, kommen uns schon mit einem Hauch Rouge wie Clowns vor. Mal schauen, wie viel ich davon zuhause beibehalten werde. Zwar weiß ich jetzt schon, dass das Erste was ich mach, sobald ich in Wien aus dem Flugzeug gestiegen bin (oder vielleicht nachdem ich ausgeschlafen und ganz viel Vollkornbrot gegessen habe) ist, dass ich mir die Fingernägel lackiere, aber der Vorsatz „Weniger ist mehr“ kann nie schaden.

2017-02-06-15-49-50-1_bearb

2017-02-07-11-35-09_bearb



2 thoughts on “I really woke up like this.”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.