A blouse with a story

Ich muss zugeben, dass mir mein Dauerprojekt „Besitz reduzieren“ in letzter Zeit wieder ein bisschen entglitten ist. Nicht, dass ich ständig so viel shoppe, doch weniger ist mein Zeug definitiv nicht geworden. Da ich den Winter dieses Jahr ausgelassen habe, bzw. im Warmen war, habe ich viel mehr Sommersachen als fette Pullis, was der einzige Grund ist, wieso sich das alles platztechnisch in meinem Schrank überhaupt noch ausgeht. (Die Winterklamotten, die ich besitze sind zu den Eltern ausquartiert – das wird im Oktober/November also noch mal spannend.)

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Worum es hier eigentlich gehen soll, ist aber etwas ganz anderes, was für mich aber zusammenhängt, da es einfach um bewussten Konsum geht. Ich liebe Flohmärkte, Second Hand Shops und Vintage Teile. Diese muss man aber meistens mit normalen Basics oder neuen Stücken kombinieren, sonst wirkt es schnell etwas zusammengewürfelt oder als ob man in den 70er Jahren hängen geblieben wäre. Ganz abgesehen vom modischen Hintergrund ist Second Hand einfach eine Möglichkeit nachhaltig und sehr günstig zu shoppen.

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Diese tolle Bluse, die ich auf den Fotos anhabe, hat meiner Oma gehört und ist wohl das einzige Teil, das ich jemals von Escada besitzen werde. Ich bin insgeheim, 40 Jahre später, ein bisschen stolz auf sie, dass sie so viele Schillinge in etwas relativ Unvernünftiges investiert hat. (Wer meine Oma gekannt hat, weiß wieso – Sparefroh hoch tausend) Die (höchst persönlich mit einer Küchenschere) abgeschnittene Jeans, die ich dazu trage, ist immerhin auch schon circa 15 Jahre alt und aus dem Gürtel habe ich eigenhändig mit einer Zange jede zweite Niete entfernt, damit ein Karo Muster entsteht – auch das ist an die zehn Jahre her. Die Tasche hab ich mal bei einem Flohmarkt erstanden.

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Mit ein bisschen Stolz kann ich also sagen, dass die Einzelteile dieses Outfits gemeinsam über 60 Jahre alt sind. Auch wenn das jetzt so klingt, als wären schon Spinnweben im Stoff, finde ich das super. Ich besitze ein paar wenige Teile, die eine echte Geschichte haben, weil ich schon so viel darin erlebt habe.

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Wenn ich mir ein Second Hand Stück kaufe, überlege ich immer, was das für eine Person war, der das Teil vorher gehört hat. Das ist teilweise auch irgendwie unheimlich (Zitat einer Freundin von mir: „Was is, wenn da schon jemand drin gstorbn is?!“), aber die meiste Zeit finde ich es schön, dass ein Stück Stoff die Leben von zwei oder sogar mehreren Menschen verbindet. Vielleicht schafft es die Escada Bluse ja bis zu meinen Enkeln.

Outfit Details

Bluse: Escada (Vintage)
Jeans: Carhartt
Tasche: June Vintage
Schuhe: H&M
Sonnenbrille: Karen Walker (Fake aus Mykonos :D)

Danke an Lucia für die Fotos!

2 Kommentare zu „A blouse with a story

  1. Hallo, gerade auf deinen Blog gestoßen…
    Mei das mit dem „Zamreißen“ is net einfach…Hab selbst Sachen aus meinem Schrank ausquartiert und bin froh dass ich dazu die Möglichkeit hab. Vor Kurzem hab ich total ausgemistet und nun ist schon wieder kein Bügel mehr frei 😦

    Zu deinem Outfit: Wahnsinn dieses Erbstück. Die Bluse is a Traum. Sowas muss man echt schätzen. Mit der kann man tolle Looks kombinieren….

    Daumen hoch zum Look!!

    Lieben Gruß
    Nicole
    http://www.grazermadl.at

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    1. Ja ich kenn’s! 😉
      Danke, ich bin auch ganz verliebt. Freu mich schon aufs Kombinieren der Bluse im Herbst, zur Zeit ist bei mir sowieso nur Hängekleidchen angesagt – zu heiß für was anderes!

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